Neue Gebühren für BgA Bürgersaal + Änderung der Gebühren für die Benutzung der Kelter

Gebühren einer gemeindeeigenen Halle nach 10 Jahren anzupassen ist für uns von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Ordnung. Die Gebührenstruktur für den Bürgersaal zu überarbeiten ist überfällig. Sich an den Verhältnisse der entsprechenden Hallen im Umfeld zu orientieren und sich diesen anzupassen, ist im Hinblick auf den großen Konkurrenzkampf im Bereich Kultur vernünftig. Die Vorlage der Verwaltung sieht einige Änderungen und Anpassungen vor – im Einzelnen möchte ich darauf nicht eingehen, denn diese werden übersichtlich in der Sitzungsvorlage aufgelistet. Die einzelnen Punkte werden wir von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Gesamten mittragen.

Natürlich ist uns dabei klar, dass diese Gebührenanpassung auch unsere Vereine treffen wird. Diesbezüglich sehen wir die Erhöhung des Rabattes für Vereine von 20 % auf nunmehr 30 % durchaus als faire Lösung. Wir können dem Antrag der AWV durchaus etwas abgewinnen. Es kann ja auch nur in unserem Sinn sein, wenn der Bürgersaal bespielt und seiner Bestimmung nach genutzt wird. Einen Leerstand des Bürgersaals möchte keiner.

Einen Seitenhieb kann ich mir aber an dieser Stelle nicht verkneifen: Neben der SPD, haben es auch die Grünen schon immer gesagt, dass man sich einen solchen Saal wie den Bürgersaal leisten können muss. Als die Idee des Bürgersaals geboren wurde, waren wir schon Meinung dass dies vermutlich mit einigen finanziellen Hürden verbunden sein wird und haben auf eine Wirtschaftlichkeitsberechnung bestanden. Leider hat man damals nicht auf uns gehört. Nun haben wir den Salat: Bei einem Abmangel von 700.000 € ist diese Gebührenanpassung nur „ein Tropfen auf dem heißen Stein“. 9 % Kosten-deckung sind geradezu lächerlich. Beim Abmangel des Bürgersaals messen wir uns leider in der Liga des Forums Ludwigsburg. Auch dort spricht man über einen Abmangel in ähnlicher Höhe. Schaut man vor allem zwei Jahre zurück dann sehen wir, dass im Jahr 2015 der Abmangel noch bei ca. 500.000 € lag. Wohin soll das zukünftig führen?? Wieviel Geld vergraben wir noch in unsere Kultureinrichtungen? Natürlich ist uns klar, dass Kultur immer ein Zuschussgeschäft und auch nie kostendeckend sein wird. Es ist aber notwendig nicht nur die Gebühren anzupassen, sondern ebenso wichtig die Rahmenbedingungen unter die Lupe zu nehmen und die Randbedingungen entsprechend zu verändern. Sieht man sich das Kulturprogramm an, so sind im zweiten Halbjahr des Jahres 2017 gerade einmal 5 gemeindeeigene Veranstaltungen im Bürgersaal und zusätzlich zwei Vereinsveranstaltungen. In der Kelter stehen gerade einmal 6 Veranstaltungen im Programm. Hier ist deutlich Luft nach oben wie wir finden. Auf jeden Fall muss zukünftig kräftig an der Auslastung des Bürgersaals und der Kelter gearbeitet werden. Hier hoffen wir auch auf die  Ergebnisse der Kulturwerkstatt, die wir an dieser Stelle lobend erwähnen möchten. Wir erhoffen uns von der Auswertung der Ergebnisse einige gute Ideen im Hinblick auf das zukünftige Programm in Bürgersaal und Kelter.
 
Ein paar Takte an dieser Stelle zu unserem Kulturamt: Kultur ist im Hinblick auf deren Dichte im Landkreis Ludwigsburg und die Nähe zu Stuttgart kein leichtes Geschäft. Dafür haben wir Verständnis. Wir erwarten aber vom Kulturamt sich wieder auf die Kernkompetenzen der Arbeit zu besinnen. Die Querelen und Diskussionen mit der Verwaltung müssen unterbleiben. Die interne Abläufe müssen überprüft und die Qualität verbessert werden. Da stimmt es mich sehr nachdenklich wenn ich höre, dass Herr Dreyer die Gemeinde zum Februar 2018 verlassen wird. Es ist geboten angesichts unserer schlechten Haushaltssituation und der hohen finanziellen Belastung durch den Bürgersaal und die Kelter die Ärmel hoch zu krempeln und sich ins Zeug zu legen. Da sind Reibereien mit der Verwaltung schädlich und nicht sachdienlich. Machen Sie Ihre Arbeit!! Das mögen jetzt harte Worte sein zum Schluss. Doch als Gemeinderätin ist es auch meine Aufgabe unangenehme Wahrheiten zu benennen. Da nützt kein Kuschelkurs,  wenn die die Richtung verändert werden muss.